Ruhiger Teich in der Abenddämmerung, Lichter spiegeln sich im Wasser

Zander angeln: mit Köderfisch abends und nachts

Kurz gesagt: Zander beißen am besten in der Abenddämmerung und nachts, weil ihre Augen bei wenig Licht besser sehen als die ihrer Beute. Bewährt ist ein toter Köderfisch von 8 bis 12 Zentimetern an einer Grund- oder Posenmontage mit möglichst wenig Widerstand. Gute Stellen sind Kanten, Steinpackungen, Buhnen und Hafeneinfahrten. Schonzeit, Mindestmaß und Nachtangelregeln legen Bundesland und Gewässerordnung fest.

Der Zander ist der Fisch für Geduldige. Er ist misstrauisch, beißt oft vorsichtig und lässt einen manchmal stundenlang warten. Dafür gehört er zu den besten Speisefischen in unseren Gewässern, und wer seine Gewohnheiten kennt, fängt ihn regelmäßig.

Ich angle auf Zander am liebsten abends und nachts mit totem Köderfisch. Warum diese Kombination so gut funktioniert und wie du sie aufbaust, liest du hier.

Wie erkennt man einen Zander?

Der Zander (Sander lucioperca) gehört zu den Barschartigen. Typisch sind zwei getrennte Rückenflossen, von denen die vordere kräftige Stachelstrahlen hat, ein graugrüner Rücken mit dunklen Querbinden und große, glasig wirkende Augen. Im Maul sitzen neben vielen kleinen Zähnen einige deutlich längere Fangzähne, die Hundszähne. Mehr zu Biologie und Verbreitung findest du im Wikipedia-Artikel über den Zander.

Zander in voller Seitenansicht auf einem Holzsteg mit zwei Rückenflossen und dunklen Querbinden
Gut zu erkennen: die zwei Rückenflossen und die dunklen Querbinden.

Warum beißt der Zander abends und nachts am besten?

Der Grund steckt in seinen Augen. Hinter der Netzhaut hat der Zander eine reflektierende Schicht, die das wenige vorhandene Licht ein zweites Mal durch die Sehzellen schickt. Bei Dämmerung und in der Nacht sieht er deshalb deutlich besser als die Weißfische, die er jagt. Tagsüber dagegen meidet er grelles Licht und steht oft tief oder im Schatten.

Sobald es dämmert, zieht der Zander auf Beutezug, häufig auch ins flachere Wasser nah am Ufer. Die Stunde rund um den Sonnenuntergang ist oft die beste des ganzen Tages, und in warmen Nächten beißt er bis tief in die Nacht. Auch bei trübem Wasser oder dunklem, bedecktem Himmel kann er tagsüber aktiv sein.

Angler hält nachts einen Zander mit gut sichtbarer stacheliger Rückenflosse
Nachts sieht der Zander besser als seine Beute. Genau dann beißt er am zuverlässigsten.

Wann ist die beste Jahreszeit für Zander?

JahreszeitVerhaltenTipp
Frühjahr (nach der Schonzeit)Nach dem Laichen hungrig, Milchner bewachen noch die NesterErst nach Ende der Schonzeit, eher im Frühsommer beginnen
SommerTagsüber tief und träge, nachts sehr aktivAbends und nachts im Uferbereich und an flachen Kanten
HerbstHauptsaison, Zander fressen sich Reserven anAbenddämmerung nutzen, größere Köderfische anbieten
WinterStehen tief und beißen zögerlichKöderfisch ruhig am Grund, auch tagsüber probieren

Wo steht der Zander im Gewässer?

Zander mögen harten Grund und Strukturen, an denen sie ihren Beutefischen auflauern können. Dichtes Kraut meiden sie eher. Gute Stellen sind:

  • Kanten und Abbruchkanten: der Übergang vom flachen ins tiefe Wasser ist die klassische Zanderstelle.
  • Steinpackungen und Buhnen: vor allem an Flüssen und Kanälen, wo sich Futterfische sammeln.
  • Hafeneinfahrten, Spundwände und Brückenpfeiler: hier entstehen Strömungskanten und Verstecke.
  • Flache Uferbereiche nachts: In der Dunkelheit jagen Zander oft dort, wo tagsüber die Kleinfische stehen.

Wie angle ich mit totem Köderfisch auf Zander?

Welcher Köderfisch eignet sich?

Zander haben ein vergleichsweise kleines Maul. Köderfische von 8 bis 12 Zentimetern sind deshalb ideal, größer muss es selten sein. Bewährt haben sich schlanke Weißfische wie Rotauge oder Ukelei. Frisch gefangene Köderfische sind am besten, eingefrorene funktionieren aber auch. Bei vorsichtigen Bissen kann ein schräg geschnittener Fetzen oder ein halber Köderfisch mehr bringen als ein ganzer.

Wichtig: Lebende Köderfische sind in Deutschland verboten. Der Köderfisch wird vorher betäubt und waidgerecht getötet. Arten mit Mindestmaß dürfen nur verwendet werden, wenn sie das Maß erreichen, geschützte Arten gar nicht. Viele Gewässerordnungen schreiben außerdem vor, dass Köderfische aus demselben Gewässer stammen müssen, damit keine Krankheiten verschleppt werden.

Die Grundmontage mit Laufblei

Der Zander ist ein misstrauischer Fisch. Spürt er beim Ansaugen Widerstand, lässt er den Köder oft sofort wieder los. Deshalb muss die Schnur frei durch das Blei laufen können. So baust du die Montage auf:

  1. Ein Laufblei von 20 bis 40 Gramm auf die Hauptschnur fädeln, je nach Wurfweite und Strömung.
  2. Eine Gummiperle als Knotenschutz aufziehen und einen Wirbel anknoten.
  3. Am Wirbel ein Vorfach von 50 bis 80 Zentimetern befestigen.
  4. Den Köderfisch mit einem Einzelhaken oder kleinen Drilling am Rücken oder durch die Lippen anbieten.
  5. Nach dem Auswurf die Schnur leicht spannen, die Rute ablegen und den Bügel öffnen oder den Freilauf der Rolle einschalten, damit der Zander ohne Widerstand abziehen kann.

Die Posenmontage

Alternativ bietest du den Köderfisch an der Pose knapp über dem Grund an. Das hat zwei Vorteile: Der Köder liegt nicht im Schlamm, und du siehst den Biss sofort. Nachts setzt du ein Knicklicht auf die Posenspitze oder verwendest eine Leuchtpose. Auf Strukturen mit vielen Hängern ist die Posenmontage oft die bessere Wahl.

Rote Pose auf ruhigem, grünlichem Wasser, um sie herum breiten sich Ringe aus
Die Pose zeigt den Biss sofort an. Nachts sorgt ein Knicklicht auf der Spitze für Sicht.

Wann setze ich beim Zander den Anhieb?

Ein typischer Zanderbiss beim Ansitz verläuft in Etappen: Die Schnur zuckt, der Zander nimmt den Köder und zieht ein Stück ab. Dann stoppt er, um den Fisch im Maul zu drehen und mit dem Kopf voran zu schlucken. Danach zieht er erneut ab. Der richtige Moment für den Anhieb ist dieser zweite Abzug. Schließe den Bügel, warte, bis die Schnur straff ist, und setze dann einen festen, aber nicht ruckartigen Anhieb.

Warte nicht zu lange. Ein Zander, der den Köder tief schluckt, lässt sich kaum noch schonend abhaken. Gerade wenn ein Fisch untermaßig sein könnte oder Schonzeit hat, ist ein früher Anhieb auch eine Frage des Tierschutzes.

Welche Ausrüstung brauche ich zum Zanderangeln?

TeilEmpfehlung
RuteGrundrute 2,70 bis 3,00 m, Wurfgewicht etwa 40 bis 80 g
RolleFreilaufrolle oder Stationärrolle der Größe 3000 bis 4000
SchnurMonofil 0,25 bis 0,30 mm oder geflochtene Schnur 0,12 bis 0,15 mm
VorfachWo auch Hechte vorkommen, ein dünnes Stahl- oder Titanvorfach, sonst Fluorocarbon um 0,30 mm
BissanzeigeElektronischer Bissanzeiger, Knicklicht oder Leuchtpose
LichtStirnlampe, am besten mit Rotlicht
ZubehörKescher, Lösezange, Maßband, Schlagholz zum Betäuben und scharfes Messer

Zum Vorfach eine ehrliche Einschätzung: Viele Zanderangler schwören auf Fluorocarbon, weil der Zander es schlechter sieht. Beißt aber ein Hecht auf den Köderfisch, kappt er es mühelos, und der Fisch schwimmt mit dem Haken im Maul davon. Wo Hechte vorkommen, ist ein dünnes Stahl- oder Titanvorfach deshalb die verantwortungsvollere Wahl. Mehr zu Ruten, Rollen und Zubehör findest du im Bereich Ausrüstung.

Was muss ich beim Nachtangeln beachten?

Zuerst die Rechtslage: In den meisten Bundesländern ist das Nachtangeln gesetzlich nicht verboten. Baden-Württemberg hat sein früheres allgemeines Nachtangelverbot nach einem Urteil des Verwaltungsgerichts Stuttgart aufgehoben, wie die Landesregierung Baden-Württemberg mitteilt. Einzelne Gewässer können aber ausgenommen sein, und Vereine oder Pächter dürfen das Nachtangeln einschränken. Was für dein Gewässer gilt, steht auf deinem Erlaubnisschein.

Dazu ein paar praktische Regeln, die das Angeln in der Dunkelheit sicherer und erfolgreicher machen:

  • Platz noch bei Tageslicht einrichten, Ruten auslegen und alles griffbereit ablegen.
  • Stirnlampe sparsam nutzen und nicht aufs Wasser leuchten, Rotlicht stört weniger.
  • Warme Kleidung mitnehmen, auch im Sommer wird es nachts am Wasser schnell kalt.
  • Jemandem Bescheid geben, wo du angelst, und das Handy geladen dabeihaben.
  • Vorsicht an steilen oder rutschigen Ufern, nachts sieht man Gefahren schlecht.

Welche Regeln gelten für den Zander?

Schonzeit und Mindestmaß legt jedes Bundesland selbst fest. Laut einer Übersicht des Anglerverbands Niedersachsen haben alle Bundesländer ein Mindestmaß für den Zander, und bis auf Hessen und Mecklenburg-Vorpommern auch eine gesetzliche Schonzeit. Einige Beispiele aus dieser Übersicht:

BundeslandSchonzeitMindestmaß
Baden-Württemberg1. April bis 15. Mai45 cm
Bayern15. März bis 30. April50 cm
Nordrhein-Westfalen1. April bis 31. Mai40 cm
Sachsen1. Februar bis 31. Mai50 cm

Regeln ändern sich, und Vereine können strengere Maße, Fangbegrenzungen oder Entnahmefenster festlegen. Prüfe deshalb vor dem Angeln immer die aktuelle Fischereiverordnung deines Bundeslandes und die Gewässerordnung. Mehr dazu im Bereich Praxis & Recht.

Was mache ich mit einem gefangenen Zander?

Entscheide schon beim Landen, ob der Zander mitgenommen wird oder zurück ins Wasser muss. Zurücksetzen musst du ihn, wenn er untermaßig ist oder in der Schonzeit gefangen wurde.

Wenn du den Zander mitnimmst

Er wird vor dem Abhaken mit einem kräftigen Schlag mit dem Schlagholz auf den Kopf oberhalb der Augen betäubt und sofort danach durch Herzstich oder Kiemenrundschnitt getötet. Erst dann löst du den Haken. Pass dabei auf die stachelige vordere Rückenflosse und die scharfen Kiemendeckel auf.

Gilt für jeden Fisch: Wird ein Fisch mitgenommen oder muss er entnommen werden, kommt zuerst das Betäuben mit dem Schlagholz, dann das Töten durch Herzstich oder Kiemenrundschnitt und erst danach das Abhaken. Schritt für Schritt erklärt, mit Grafik: Fisch waidgerecht betäuben, töten und zurücksetzen.

Wenn der Zander zurück ins Wasser muss

Fass ihn nur mit nassen Händen an, damit seine Schleimhaut unverletzt bleibt, und hake ihn möglichst im Kescher im Wasser oder auf einer nassen Abhakmatte ab. Mit einer langen Lösezange kommst du an den Haken, ohne den Fisch lange festzuhalten. Halte ihn anschließend aufrecht im Wasser, bis er von selbst davonschwimmt. Wie du mit Hechten umgehst, die als Beifang an den Köderfisch gehen, liest du in unserem Ratgeber Hecht angeln.

Welche Fehler machen Anfänger beim Zanderangeln?

  • Zu viel Widerstand: Geschlossener Bügel oder blockiertes Blei, und der Zander lässt den Köder sofort los.
  • Zu früh oder zu spät anschlagen: Beim ersten Zupfer kommt der Anhieb ins Leere, wer zu lange wartet, riskiert einen tief geschluckten Haken.
  • Zu große Köderfische: Das Zandermaul ist kleiner als das des Hechts, 8 bis 12 Zentimeter reichen meist.
  • Zu früh einpacken: Die beste Zeit beginnt oft erst, wenn es richtig dunkel wird.
  • Mit Licht aufs Wasser leuchten: Das verscheucht vorsichtige Fische an deinem Platz.

Häufige Fragen zum Zanderangeln

Wann beißt der Zander am besten?

Am zuverlässigsten in der Abenddämmerung und nachts. Seine Augen sind an wenig Licht angepasst, dadurch sieht er seine Beute im Dunkeln besser als sie ihn. Die Stunde rund um den Sonnenuntergang ist oft die fängigste. Im Herbst und bei trübem Wasser beißt er auch tagsüber.

Welcher Köderfisch ist gut für Zander?

Schlanke Weißfische wie Rotauge oder Ukelei mit 8 bis 12 Zentimetern Länge. Der Köderfisch muss vorher waidgerecht getötet werden, lebende Köderfische sind in Deutschland verboten. Viele Gewässerordnungen verlangen, dass er aus demselben Gewässer stammt.

Wann setze ich beim Zander den Anhieb?

Beim Ansitz mit Köderfisch zieht der Zander meist erst ein Stück ab, stoppt, dreht den Köder im Maul und zieht dann erneut ab. Der Anhieb kommt beim zweiten Abzug, sobald die Schnur straff ist. Zu langes Warten führt zu tief geschluckten Haken.

Ist Nachtangeln auf Zander erlaubt?

In den meisten Bundesländern ist Nachtangeln gesetzlich nicht verboten, auch Baden-Württemberg hat sein allgemeines Nachtangelverbot aufgehoben. Vereine und Pächter dürfen es aber für ihre Gewässer einschränken. Maßgeblich ist dein Erlaubnisschein.

Brauche ich beim Zanderangeln ein Stahlvorfach?

Nur für den Zander selbst nicht zwingend. Wo aber auch Hechte vorkommen, sollte es ein dünnes Stahl- oder Titanvorfach sein, denn ein Hecht durchtrennt Fluorocarbon leicht und schwimmt dann mit dem Haken im Maul davon.

Zanderangeln ist Geduldsarbeit, aber wenn in der Dämmerung die Schnur langsam vom Bissanzeiger läuft, weiß man, wofür man gewartet hat. Weitere Raubfisch-Ratgeber findest du im Bereich Raubfisch.

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